Donnerstag, 5. Januar 2012

Zu Besuch bei Kinderbuchillustrator Bernhard Oberdieck

Bernhard gut gelaunt an seinem Arbeitsplatz
Kurz vor Weihnachten hatte ich es endlich geschafft, den lange versprochenen Gegenbesuch bei Bernhard Oberdieck durchzuführen. Bernhard wohnt nur ein paar Kilometer den Inn abwärts von mir und ist damit quasi ein Nachbar.

Als ich mit der Illustration anfing, bin ich bei den ersten Recherchen zur Kinderbuchillustration im Internet sehr schnell auf Bernhard gestoßen, der sich seit drei Jahrzehnten erfolgreich und auch international in diesem Metier behaupten kann. Seinen Stil würde ich als realistisch, märchenhaft und mit viel Liebe zum Detail beschreiben.

Bernhard hatte nach seiner Ausbildung als Lithograf, dem Studium der Grafik, einem Umweg als Kunsterzieher und der Mitarbeit in einer Werbeagentur schnell den direkten Sprung in die Illustration geschafft. So war ich neugierig, wie sieht der Arbeitsplatz eines langjährigen Berufsprofis aus und kann ich noch etwas lernen?
Bernhard und seine bekannten Zirkusbilder: alles ist
fein mit Buntstift gestrichelt, nicht geschummert:
400 Stunden Arbeit pro Bild!

Neidvoll und mit großen Augen habe ich die vielen Schränke mit seinen Illustrationen bewundert. Das müssen Hunderte an Arbeiten sein, die sich da im Laufe der Jahre angesammelt haben.
Fasziniert war ich von der Möglichkeit, endlich die Originale betrachten zu können, mit dem Auge ganz nahe ans Papier zu gehen und den "Strich" zu sehen. Hier wird noch klassisch "analog" mit Papier und Farbe gearbeitet. Gleichzeitig war immer das gedruckte Pendant griffbereit: ein ganzer Wandschrank voll mit Kinderbüchern aus der ganzen Welt lädt zum Schmökern ein.

Erste Skizzen und Vorstudien für ein Kinderbuch
Wie schon bei anderen Illustratoren fiel mir auch bei Bernhard auf, wie akribisch und mit wie viel Arbeit die ersten Skizzen und Vorstudien durchgeführt werden. Jedes Bild ist genau geplant. Früher hatte Bernhard noch jede Illustration mit Buntstift in einer zeitintensiven Schraffurtechnik angelegt, mittlerweile ist er schon seit langem auf das schnellere Aquarellieren umgestiegen.

Nach ein paar Stunden schwirrte mir der Kopf mit all den Bildern und Informationen. Viel hatte ich zum Werdegang seiner Bilder gelernt. Auch meine eigene Arbeit wird von den vielen Tips profitieren.

Vielen Dank Bernhard, und weiterhin alles Gute für die Zukunft!

Kritzelgrüße, Wolfgang

Arbeitsproben im Original

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