Sonntag, 28. Juni 2015

Der Spinswitcher / Ein Experiment

Vielleicht wundert ihr euch, verehrte Kollegen, dass ich versucht habe, mich auf einer weiteren Bühne zu bewähren: der Belletristik. Im Grunde war es immer mein Wunsch gewesen, mich in Bereiche meiner Fantasie vorzutasten, die ich noch nicht erkundet hatte. Aber ich wollte es mal mit Worten und Sätzen versuchen. Dabei ist beileibe kein weiterer Fantasy-Roman entstanden, sondern eine Story, die sich den gängigen Genres schwer zuordnen lässt. Einer Sparte wie Krimi, Horror- oder Abenteuer-Roman gerecht zu werden, hätte bedeutet, sich Konventionen zu beugen. Aber das mache ich in meinem Beruf ständig. Schließlich bin ich Dienstleister und selbstverständlich bemüht, die Wünsche meiner Kunden mindestens zu erfüllen und nach Möglichkeit zu übertreffen. In der Regel gelingt mir das auch.

Aber das Schreiben ist für mich Freizeit. Und deshalb genoss ich es, damit niemandem gefallen zu müssen. Ich versuchte es so, wie es viele Musiker angehen: Man fabriziert etwas, das man selbst gerne hören oder lesen würde, und freut sich narrisch, wenn es auch anderen gefällt. Dass man mit einem Vorsatz wie diesem keinen Verlag zu suchen braucht, ist klar. Aber es gibt ja Self-publishing.

Die Story versucht sich am Anfang nicht übermäßig ernst zu nehmen, obwohl es ganz nebenbei um Besorgnis erregende politische Themen geht. Außerdem dreht es sich um frei weitergesponnene Thesen grenzwissenschaftlicher Fachbücher, die ich gelesen habe, vermischt mit gelegentlichen Spitzen auf den Alltag von Grafikdesignern und Illustratoren, die ich mir nicht verkneifen konnte. Mein Roman Der Spinswitcher zeigt absonderliche Perspektiven in die angenommene parallele Wirklichkeit der Jahre 2022 bis 2024. Sie werden den Leser erheitern, ihn womöglich anregen begeistert zuzustimmen, aber sie könnten auch polarisieren. Perspektiven sind nun mal subjektiv; so auch die meiner Protagonisten.

Ich hatte beschlossen das Experiment eines eigenen Romans zu wagen, als ich eine für mich sehr amüsante Science-Fiction-Persiflage las. Sie hieß: Scott Bradley: Blondinen, Blobs & Blaster-Schüsse von Andreas Winterer. Der Autor hatte es verstanden, frisch und frei von der Leber weg zu schreiben und dabei so maßlos zu übertreiben, dass seine Sätze nur als Satire aufgefasste werden konnten. Trotzdem war er in der Lage in urkomischen Bildern und Dialogen verschlüsselte politische Ansichten und einige Sozialkritik zu transportieren. Ich wollte etwas Ähnliches mit eigenen Mitteln versuchen, weniger laut aber dafür direkter und in einer fiktiven Handlungsumgebung, wie sie in Little Brother von Cory Doctorow beschrieben ist. Der Roman hat mich sehr beeindruckt, als er 2008 veröffentlicht wurde.

Wie warm oder kalt das Wasser sein wird, in das ich durch die Veröffentlichung meines Romans Der Spinswitcher gesprungen bin, ist nicht einschätzbar. Vielleicht ist es deshalb für mich so etwas wie ein Abenteuer-Thriller. Denn es gibt zwischen philosophisch anmutenden Dialogen und den atemberaubenden technologischen Fähigkeiten des Protagonisten auch eine ungewöhnliche Seeschlacht sowie Verfolgungsjagden und einigen Frust mit den Geheimdiensten.

Sollte ich eure Neugier geweckt haben, wäre ich darüber sehr glücklich. Spart bitte nicht damit den Roman zu verlinken. Der Spinswitcher ist bei Amazon als Taschenbuch und eBook erhältlich. Außerdem findet ihr reichlich Information dazu auf meinem Autor-Blog.


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